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Sport und Gymnastik erleichtert die Geburt, steigert Ihre Fitness, bekämpft den Streß und erhöht Ihr allgemeinen Wohlbefinden!

 

Darf ich Sport treiben?
Welche Sportarten?
Sauna und Solarium?

 

DARF ICH SPORT TREIBEN?

 
Sport und Schwangerschaft sind zwei Begriffe, die für viele Frauen nicht zueinander passen, weil ihre Meinungen darüber selbst heute noch von alten, überkommenen Vorstellungen geprägt sind. Auch die ärztlichen Ansichten gingen lange Zeit darüber auseinander, was den Sport vor, in und nach der Schwangerschaft anlangt.

Einst prominente Gynäkologen wie SELLHEIM und MARTIUS warnten vor dem Leistungssport, da er die Beckenbodenmuskulatur verhärte und die Geburt vielfach komplizierter verliefe. Manche Frauen, die bisher Hobby- oder Leistungssport betrieben haben, werden bei einer Schwangerschaft ängstlich und sind auf Schonung bedacht, besonders bei bestehender Übelkeit und Erbrechen. Viele Sportlerinnen fühlen sich in der Zeit der Schwangerschaft nur dann wohl, wenn sie ihren Sport weiter betreiben können. Es spricht sogar vieles dafür, sich gezielt fit zu halten. Bereits in der FRÜHSCHWANGERSCHAFT kommt es im mütterlichen Organismus zu deutlichen Veränderungen, die die körperliche Leistungsfähigkeit beeinflussen:

Steigerung der Herzfrequenz, labileres Blutdruckverhalten, Blutvolumenzunahme, erhöhter Sauerstoffbedarf, raschere Unterzuckerung, Gewichtszunahme, Auflockerung in Sehnen, Bändern und Gelenken, Veränderungen des Körperschwerpunktes etc.

Unter Berücksichtigung der physiologischen Veränderungen in einer unkomplizierten Schwangerschaft steht einer Sportausübung so lange nichts entgegen, wie dadurch keine Schädigung des Feten zu erwarten ist. Wenn Sie nur unregelmäßig oder überhaupt nie Sport treiben, sollten Sie mit einer leichten Schwangerschaftsgymnastik beginnen. Wenn Sie regelmäßig Sport treiben, müssen Sie nicht damit aufhören. Sie sollten nur etwas schonender vorgehen.

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Folgende allgemeine Empfehlungen sind zu beachten:

 

Fortsetzen der bisherigen sportlichen Aktivitäten beim Eintritt einer Schwangerschaft 

langsames Reduzieren zum 2. und 3. Trimenon 

Ausreichende Kohlenhydratzufuhr, vorwiegend bei Ausdauerbelastungen 

Körperliche Belastungen nur im aeroben und submaximalen Bereich 

Hohe Körpertemperaturen bei Ausdauerbelastungen vermeiden (potentielle Teratogenität) 

Vermeidung von extremen Beschleunigungen oder dem Abbremsen des Körpers um seine Achsen

 

Vermeiden von Sportverletzungen in der Schwangerschaft, da deren Diagnostik, z.B. Röntgen, ggf. Therapie (Operation, Narkose) und die nachfolgende Ruhigstellung und Schonung mit erhöhtem Thromboserisiko zusätzliche Gefahren in sich bergen.

 


Bestehen medizinische Risikofaktoren wie Herzerkrankungen, Diabetes, frisch durchgemachte Infektionen, Fehl- oder Frühgeburten bei einer vorherigen Gravidität oder eine Mehrlingschwangerschaft, so ist eine eingehende fachärztliche Beurteilung notwendig. Ein generelles Sportverbot für die Schwangere ist nicht angezeigt, jedoch sollten die genannten Risiken bei der Auswahl und Ausübung der betreffenden Sportart berücksichtigt werden. Eine leistungsorientierte Sportausübung oder Wettkämpfe sind nicht zu empfehlen.

 

 

 

WELCHE SPORTARTEN?

 
Als Leitlinien mögen deshalb gelten:

1. Ohne Einschränkung erlaubt, solange es Spaß macht (bis Herzfrequenz 130/ min):
Jogging, Wandern bis 2000 m Höhe, Radfahren, Gymnastik, Tanzen, Schwimmen besonders empfehlenswert, Wassertemperatur nicht unter 20°C und nicht über 35°C.

2. Erlaubt, aber nur deutlich unterhalb der submaximalen Belastung:
Laufen, Rudern, Bodenturnen, Skilanglauf (nicht über 1500 m Höhe), Tennis, Squash, Badminton, Tischtennis, Segeln.

3. Erlaubt bis zu 16 SSW (wegen der Sturzgefahr):
Schlittschuh- u. Rollschuhlaufen, Hochsprung, Weitsprung, Kugelstoen, Diskus u.a.m.

4. Nur sehr bedingt erlaubt (wegen des hohen Verletzungsrisikos):
Reiten und Ski-Alpin (bis 2000 m Höhe).

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5. Nicht empfehlenswert:
Mannschafts- und Kampfsportarten ( Ballsportarten, Judo, Fechten u.a.m.)
Disziplinen mit hohem Sturzrisiko (Wasserski, Surfen, Geräteturnen u.a.m.)
Körperliche Anstrengungen über 2000 - 2500 m Höhe (z.B. Höhentraining)
Marathonlauf, Triathlon, Tauchen, Bodybuilding, Boxen, Gewichtheben, Fallschirmspringen, Gleitschirmfliegen, Bungee-Jumping u.a.m.

Sollte es im Zusammenhang mit dem Sport zu Blutungen, Wehen, Atemnot, Unwohlsein mit Augenflimmern und Kopfschmerzen kommen, sind ein sofortiges Sportverbot und der Arztbesuch angeraten.

Entgegen früherer Auffassungen verläuft die Entbindung der Sportlerin nicht erschwert. Zwar kann die Eröffnungsphase bei Leistungssportlerinnen verlängert, jedoch die Austreibungsperiode sowie die Gesamtgeburtsdauer verkürzt sein. Der Wochenbettverlauf ist wegen der positiven Auswirkungen der körperlichen Fitneß bei Sportlerinnen eher unkompliziert.

Ein systematischer Trainingsaufbau kann 4 Wochen nach der Entbindung bei unauffälligem Wochenbettverlauf beginnen. Dabei muß auf ein langsames, konsequentes Wiederaufbautraining des Sehnen-, Band- und Muskelapparates neben der Wiederherstellung der kardiopulmonalen Leistungsfähigkeit besonderer Wert gelegt werden. Bei Sportarten mit hohen Belastungen von Sehnen, Bändern, Gelenken und der Muskulatur ist wegen der Verletzungsanfälligkeit frühestens nach 12 Wochen wieder ein volles Training zu empfehlen.

 

 

 

SAUNA UND SOLARIUM?

 
Sauna: Ist in den ersten drei Monaten tabu! Heiße Therme und Whirlpools sind ebenfalls nicht geeignet. Die Erhöhung der Körpertemperatur, also Überwärmung, wird mit Fehlbildungen in Zusammenhang gebracht. Ab dem 4.Monat sollten Sie die Zahl der Saunagänge und Dauer einschränken (max.10 Min.); besuchen Sie eine Sauna mit geringer Temperatur.

Solarium: Bisher kann man nicht mit 100%-er Sicherheit sagen, ob ein Besuch im Solarium unschädlich ist. Deswegen sicherheitshalber meiden.